Warum es nicht darum geht, das Richtige zu sagen
- jule2709
- 21. Apr.
- 1 Min. Lesezeit

Die Kommunikation ist das Element zwischen Menschen, auf das wir uns verlassen. Wir geben gesprochenen Worten oft viel Gewicht- selbst dann, wenn sie nicht wahr sind. Bei einem Menschen mit Demenz geht genau diese Selbstverständlichkeit verloren. Viele Angehörige versuchen diesen Verlust durch mehr Erklärungen oder deutlichere Sprache auszugleichen, jedoch merken sie schnell, das es nicht funktioniert. Die Worte sind im Gedächtnis des Betroffenen nicht mehr greifbar, selbst wenn er es wollte. Sie verlieren ihre Bedeutung, obwohl sie ein Leben lang verlässlich waren.
In vielen Momenten quält dann oft eine Frage:
Was soll ich sagen?
Ich habe diese Frage in meiner Arbeit unzählige Male gehört und verstehe sie sehr gut. Sie entsteht aus dem Wunsch und auch aus der Überforderung heraus, es richtig zu machen. Gleichzeitig liegt genau hier das Missverständnis. Es gibt keinen "einen Satz" der eine Situation auflöst. Es gibt keine "eine Formulierung" die Sicherheit gibt.
Worte haben im Verlauf der Erkrankung nicht mehr gänzlich etwas erreicht. Alle Erklärungen, alle Logik lief ins Leere.
Was den Menschen mit Demenz wirklich erreicht, ist ein liebevoller Blick und eine ruhige Stimme, ein Moment von echtem Dasein. In diesen Momenten liegt die Magie der Verbindung, in denen sich etwas im Betroffenen regt.
Menschen mit Demenz verlieren nach und nach den Zugang zu Sprache, zu Erinnerungen und zu zeitlicher Orientierung.
Was bleibt ist ein erlebtes ewiges Jetzt. Und vor allem: das Gefühl.
Nicht das was wir sagen entscheidet. Sondern das, was beim anderen ankommt.




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