Korrigieren hilft nicht, oder doch?
- jule2709
- 13. Juli
- 1 Min. Lesezeit

"Nein Mama, Oma ist schon 20 Jahre tot!"
"Doch Papa, du wohnst hier!"
"Nein, heute ist nicht Montag!"
Viele Angehörige kennen solche Situationen und fast immer steckt hinter der Korrektur eine gute Absicht. Sie möchten helfen, die Missverständnisse aufzulösen und Orientierung geben. Doch bei Menschen mit Demenz treffen häufig zwei Wirklichkeiten aufeinander:
Die Realität des Angehörigen und die innere Realität des Betroffenen.
Für die Tochter ist Oma seit vielen Jahren verstorben, aber für die Mutter lebt die Erinnerung an ihre Mutter in diesem Moment jedoch so präsent, als würde sie sie gleich besuchen wollen.
Die Korrektur ist im ersten Moment logisch. Der Betroffene wird jedoch hingegen verwirrt, verletzt oder sogar verängstigt. Es ist auch nicht jede Korrektur falsch. Manchmal sind Informationen wichtig, um Sicherheit zu gewährleisten oder Gefahren zu vermeiden.
In vielen Alltagssituationen hilft eine Frage weiter:
Erlebt der Betroffene die Situation gerade anders als ich?
Wenn die Mutter nach ihrer eigenen Mutter fragt, sucht sie diese nicht bewusst auf einem Friedhof. Sie erlebt den Wunsch nach ihrer Mutter in diesem Augenblick als real.
Wenn ein Mensch nach Hause möchte, obwohl er bereits zu Hause ist, geht es oft nicht um das Gebäude. Es geht darum, an einen Ort zu gelangen, der sich vertraut und richtig anfühlt,
Deshalb hilft die Korrektur oft nicht weiter.
Sie beantwortet eine Frage, die der Betroffene oft gar nicht gestellt hat.




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